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Who Designs our (digital) Lifeworlds?

Investigating Everyday Interface Cultures and Hidden Spheres of Production in M.A. Seminars at HAWK Hildesheim: Design Management, Design Strategy, and Research through Design (RtD)

Research at the M.A. Gestaltung program, Faculty of Design,
HAWK University of Applied Sciences and Arts (Hildesheim, Germany)

Design Management Eisberg

Der „Design Management Eisberg“ kartografiert Design Management als mehrschichtige Disziplin: Von klassischen und modernen Management-, Organisations- und Branding-Praktiken (oben; z. B. operative Steuerungs-, Kommunikations- und Tool-Ebenen) hin zu postmodernen Erweiterungen wie Design Strategy / Design Leadership / Design Entrepreneurship (mittlere Schichten) und weiter zu Bedingungen und Kritiken (untere Schichten), in denen Macht-, Dispositiv-, Medien-, Arbeits- und Kapitalismusanalyse ebenso auftauchen wie Debatten um Agency, Komplexität, Plattformen/Automatisierung oder Subjektivierungsformen.

Am unteren Ende werden zudem Vorgeschichten bzw. kulturtechnische und genealogische Linien aufgerufen (z. B. Schriftkultur, Buchführung, Mathematik/Statistik, Kartografie, „Oikonomia“, homo faber), die zeigen, dass Design Management nicht „aus dem Nichts“ kommt, sondern auf langen Ordnungs- und Steuerungstraditionen aufsitzt. Die im Diagramm ausgewiesenen Trendpfeile markieren dabei u. a.: Komplexität und kritische Reflexion nehmen zu, während Ordnungs-/Planungs-/Kontrollfiktionen, Affirmation und reine Wirtschaftsanwendung abnehmen; zugleich wird Agency stärker.

Das „Iceberg“-Format (oft als Iceberg Chart) ist ein Meme- und Sortierformat, das Wissen von „sichtbar/naheliegend“ oben zu „tieferliegend/obskur/strukturell“ unten staffelt. Es eignet sich, um ein Feld nicht als lineare Liste, sondern als Schichtung von Praktiken, Begriffen, Theorien und Bedingungen zu zeigen – inklusive der Dinge, die im Alltag leicht „unter der Oberfläche“ verschwinden.

Der Eisberg ist ausdrücklich ein Working Document – also eine diskussionsoffene Arbeitskarte, die weder vollständig sein kann noch den Anspruch erhebt, die Disziplin in ihrer ganzen Breite, Geschichte und globalen Varianz abzudecken. Er zeigt eine kuratierte Auswahl von Bezugspunkten und soll vor allem als Orientierungs- und Gesprächsgrundlage dienen (zum Ergänzen, Umordnen, Korrigieren, Streichen).